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Wie erstellt man eine einmalige Kontovollmacht für ein Girokonto?

Eine einmalige Vollmacht für ein Girokonto räumt dem Bevollmächtigten das Recht ein, einmalig einen bestimmten Betrag vom Konto des Inhabers abzuheben. Im Gegensatz zu einer generellen Vollmacht über ein Bankkonto wird in dem entsprechenden Schreiben angegeben, welche Summe der Bevollmächtigte abheben darf. Nachdem er sich diesen Geldbetrag auszahlen lässt, erlischt die Gültigkeit der Vollmacht. Die einmalige Vollmacht für ein Girokonto ist deshalb mit wesentlich weniger Risiken als eine normale Vollmacht verbunden.

Wann macht eine einmalige Kontovollmacht für ein Girokonto Sinn?

In vielen Fällen ist es für den Inhaber eines Girokontos sinnvoll, keine weitreichenden Rechte, sondern nur das einmalige Abheben eines bestimmten Betrags zuzugestehen. Ist der Kontoinhaber beispielsweise aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht in der Lage, selbst das Bankinstitut zu besuchen, kann er mithilfe einer einmaligen Vollmacht einer Person seiner Wahl eine Vollmacht ausstellen. Grundlage dieser Vollmacht ist jedoch, wie bei einer normalen Vollmacht, das Vertrauensverhältnis zwischen dem Inhaber und dem Bevollmächtigten.

Wenn der Inhaber eines Girokontos oft Geld abheben lassen will, sollte er sich jedoch besser für eine allgemeine Vollmacht über das Konto entscheiden. Bei dieser Variante ist jedoch erhöhte Vorsicht geboten. Denn der Bevollmächtigte erhält weitgehende Verfügungsrechte über das Konto. Er kann nicht nur Geld über unbestimmte Beträge abheben, sondern auch Überweisungen tätigen, Wertpapiere an- und verkaufen sowie im Kreditrahmen das Konto ausschöpfen. Vertragsabschlüsse oder das Erteilen von Untervollmachten sind zwar auch bei diesem Typ nicht möglich, trotzdem birgt das Erteilen einer allgemeinen Vollmacht Risiken. Im Zweifelsfall sollte daher eine einmalige Vollmacht für ein Girokonto bevorzugt werden.

Welche Punkte sollte eine einmalige Vollmacht enthalten?

In einer gültigen Vollmacht zum einmaligen Geld abheben sollte der Inhaber des Kontos neben seiner eigenen Adresse auch die Anschrift des Bevollmächtigten sowie den Geldbetrag erwähnen. Die Vollmacht kann formlos etwa wie folgt aussehen:

Kontovollmacht

Hiermit bevollmächtige ich,

Name und Vorname des Vollmachtgebers
Anschrift
Geburtsdatum
Herr, Frau (Name des Bevollmächtigten)
Anschrift
Geburtsdatum

, von meinem Konto (Kontonummer) des Bankinstitutes X, einmalig die Summe X ,-€ abzuheben. Die Vollmacht ist gültig im Zeitraum vom XX.XX.XXXX bis zum XX.XX.XXXX.

Zum Abheben sind diese Vollmacht im Original sowie ein gültiger Lichtbildausweis vorzulegen.

Datum, Unterschrift des Kontoinhabers

Banken benötigen für eine Bankvollmacht ein spezielles Formular

Viele Banken bevorzugen das Ausfüllen einer vorgedruckten Vollmacht. Die Abwicklung der Transaktionen fällt dem Bankinstitut damit leichter, in der Regel werden aber bei vollständigen Angaben auch formlose Anträge akzeptiert.

Welche Schwierigkeiten kann es bei einer einmaligen Vollmacht geben?

Wenn die bevollmächtigte Person dem Bankinstitut völlig unbekannt ist, kann es zu Problemen beim Geld abheben kommen. In vielen Fällen ist es sinnvoller, dass der Kontoinhaber beim Bankinstitut eine Vollmacht für eine bestimmte Person hinterlegt. So kann sich die Bank sicher sein, dass eine einmalige Vollmacht nicht gefälscht ist.

Die rechtlichen Grundlagen der Kontovollmacht

Eine Kontovollmacht ist mitunter die einzige praktikable Lösung, um in ihrer Geschäftsfähigkeit behinderten Menschen eine weitgehende Kontrolle über die eigenen Finanzen zu ermöglichen. Zwar werden die Rechte über das Konto, wie der Name schon sagt, abgegeben, aber da dies an eine vorher als vertrauensvoll eingestufte Person geschieht, sollten im Alltag nur wenige spürbare Einschränkungen auftreten.

Die Grundlage für eine Bankvollmacht

Die Vollmacht über das Konto einer natürlichen Person ist im Bürgerlichen Gesetzbuch im Zivilrecht zu finden und stellt eine Form der Stellvertretung dar (§ 164 ff.). Um eine solche Kontovollmacht erteilen zu können, verlangen die Banken und andere Kreditinstitute normalerweise eine schriftliche Erteilung der Vollmacht. Dazu werden besondere Vordrucke genutzt, auf welchen diejenige Person, die in Zukunft über das Konto verfügen können soll, genannt werden muss. Weiterhin müssen handschriftliche Unterschriften auf dem Dokument zu finden sein.

Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, darf der oder die Bevollmächtigte das Konto der betroffenen Person im selben Umfang nutzen wie der eigentliche Eigentümer. Da davon ausgegangen wird, dass der oder die Bevollmächtigte alle Geschäfte im Interesse des Eigentümers des Kontos durchführt, wird jedoch die Haftung über das Konto nicht abgegeben. Das bedeutet, dass auch eventuelle Sollsalden, die durch die Führung des Kontos durch den Bevollmächtigten entstehen, Verpflichtungen für den eigentlichen Eigentümer hervorrufen.

Einschränkungen der Kontovollmacht

Die rechtliche Grundlage einer Kontovollmacht deckt allerdings nicht alle Bereiche ab. Der Eigentümer des Kontos erhält sich einige Rechte, über die der oder die Bevollmächtigte nicht verfügt. So kann beispielsweise nur der Eigentümer weitere Vollmachten aussprechen, Konten in seinem Namen eröffnen oder Kreditverträge abschließen beziehungsweise ändern. Auch Anträge für Kreditkarten können durch den Bevollmächtigten nicht erteilt werden. Pauschal gesagt könnte also festgehalten werden, dass die Kontovollmacht nur für genau dieses Konto gilt – und nicht für etwaige andere Verträge, die im Namen des Eigentümers mit der Bank abgeschlossen werden sollen.

Sinn und Zweck der Kontovollmacht

Eine Kontovollmacht soll laut Gesetzgeber immer dann ausgestellt werden, wenn der rechtmäßige Eigentümer des Kontos seinen Angelegenheiten – wie die Bezahlung von monatlichen Rechnungen (Miete, Strom, …) – nicht mehr nachkommen kann. Dies kann etwa aufgrund von schweren Krankheiten oder Unfällen der Fall sein, aber auch eine altersbedingte geistige Schwäche kann ein Grund sein, warum eine Kontovollmacht ausgestellt werden muss. In diesen Fällen soll laut Gesetz eine Betreuung dafür sorgen, dass der Kontoinhaber weiterhin finanziell abgesichert bleibt und Geschäfte abschließen kann.

Der Nachteil an diesem Verfahren ist, dass eine Betreuung, die durch den Staat erteilt wird, nicht im selben Vertrauensverhältnis mit der betroffenen Person steht wie etwa ein nahestehender Verwandter. Die rechtliche Grundlage einer Kontovollmacht sieht allerdings vor, dass die erstellte Kontovollmacht zu einem Zeitpunkt ausgestellt wurde, als der Eigentümer noch über die volle Geschäftsfähigkeit verfügte – also vor möglichen Unfällen oder Krankheiten. Zu spät ausgestellte Vollmachten werden vom Gesetz nicht anerkannt.

Kontovollmacht in der Ehe – beide Konten pfändbar

Die Frage, ob bei einer Kontovollmacht in der Ehe beide Konten pfändbar sind, stellt sich immer dann, wenn ein Ehepartner Schulden verursacht hat und beide Eheleute über ein eigenes Bankkonto verfügen und sich wechselseitig eine Kontovollmacht erteilt haben. Hinsichtlich Pfändungsmöglichkeiten und Pfändungsrichtlinien sind zunächst einmal die rechtlichen Hintergründe der Eheschließung sowie die Art der entsprechenden Girokonten zu prüfen.

Die Zugewinngemeinschaft

Wenn kein Ehevertrag besteht, geht das deutsche Familienrecht zunächst einmal davon aus, dass die Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben. Das bedeutet, das Vermögen, das jeder Ehegatte mit in die Ehe gebracht hat, bleibt sein alleiniges Eigentum und er kann darüber verfügen, ohne die Zustimmung des Partners einzuholen. Allerdings gilt hier die Einschränkung, dass Ausgaben nicht das gesamte Vermögen betreffen dürfen, da jeder Ehegatte dem anderen gegenüber unterhaltspflichtig ist und sich in einem angemessenen Umfang an den Lebenshaltungskosten beteiligen muss. Dass das eigene Vermögen unangetastet bleibt, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch unter § 1363 Absatz 2 festgelegt, der besagt: „Bei im Zustand der Zugewinngemeinschaft lebenden Ehegatten werden das Vermögen des Mannes und der Frau grundsätzlich nicht gemeinschaftliches Vermögen der Ehegatten …“

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass das Kontoguthaben auf dem jeweils eigenen Konto, nicht gepfändet werden kann, weil der Ehepartner Schulden hat. Hier kann also die Frage: Kontovollmacht in der Ehe – beide Konten pfändbar? klar verneint werden.

Gütertrennung und Gütergemeinschaft

Genauso sieht es aus, wenn durch einen notariellen Vertrag der Güterstand der Gütertrennung vereinbart wurde. Hier behält nicht nur jeder Ehegatte das Vermögen, das er mit in die Ehe gebracht hat, sondern darüber hinaus auch die freie Verfügung über Vermögen, dass er selbst während der Ehe hinzugewonnen hat.

Vorsicht ist geboten beim Güterstand der Gütergemeinschaft. Hier verschmelzen die Vermögen, aber auch die Schulden beider Eheleute komplett miteinander. Verfügungen sind nur gemeinsam möglich und jeder Ehegatte haftet für die Schulden des anderen in vollem Umfang. Wer vertraglich die Gütergemeinschaft bei der Eheschließung vereinbart, muss damit rechnen, dass auch das eigene Konto gepfändet werden kann, wenn der Ehepartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Im Fall der Gütergemeinschaft gilt also zunächst grundsätzlich: Kontovollmacht in der Ehe – beide Konten pfändbar.

Das Ehegattenkonto

Bei der Eröffnung eines Girokontos haben Ehepaare unterschiedliche Möglichkeiten. Auch hier sollte die Frage: Kontovollmacht in der Ehe – beide Konten pfändbar? vorher geklärt werden. Natürlich reicht es grundsätzlich aus, wenn einer der beiden Ehepartner als Kontoinhaber auftritt und dem anderen eine Kontovollmacht einräumt. Der Bank gegenüber haftet aber allein der Kontoinhaber. Ehepaare, die sicherstellen wollen, dass im Falle von Erbstreitigkeiten keine Probleme entstehen, sollten ein sogenanntes Ehegattenkonto einrichten. Hier treten beide Ehepartner gemeinsam als Kontoinhaber auf. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Pfändungen, auch wenn sie nur einen Ehepartner betreffen, auf diesem gemeinsamen Konto möglich sind.

Kann man eine Kontovollmacht für den Sterbefall einrichten?

Vollmachten kann jeder geschäftsfähige Mensch erteilen. In der Regel beziehen sich Vollmachten darauf, sich in Rechtsgeschäften vertreten zu lassen. Auch beim Zahlungsverkehr und bei Zahlungsabwicklungen über ein Geldinstitut handelt es sich um Rechtsgeschäfte, die man einer vertrauten Person seiner Wahl übertragen darf. Zu Lebzeiten reicht es dafür oft aus, nahen Verwandten oder Vertrauten die Geldkarte auszuhändigen. Darüber hinaus kann man Vertrauenspersonen eine Kontovollmacht erteilen. Doch kann man eine Kontovollmacht für den Sterbefall einrichten?

Eine Kontovollmacht für das Leben und die Zeit danach

Um im Alter oder in Stresssituationen entlastet zu sein, erteilt man im Leben mitunter Verfügungsvollmachten über das eigene Konto. Manchmal kann es dabei auch darum gehen, eine zweite Person, beispielsweise einen nahen Angehörigen, in besonderen Situationen wie bei Auslandsaufenthalten abzusichern. Eine Konto-Verfügungsvollmacht kann auch den Sterbefall des Kontoinhabers mit einbeziehen. In diesem Fall hat der Vollmachtgeber die Möglichkeit, eine Konto-Vollmacht über den eigenen Tod hinaus zu erteilen. Bei einer solchen Vollmacht handelt es sich um eine transmortale Vollmacht.

Die transmortale Kontovollmacht

Die transmortale Konto-Vollmacht ist eine Verfügungsvollmacht, die bereits zu Lebzeiten des Vollmachtgebers besteht und auch nach seinem Tod nicht erlischt. Viele Menschen machen sich vor allem darüber Gedanken, wie sie ihren Kindern oder engen Vertrauten nach ihrem Ableben die Möglichkeit geben können, mithilfe des Konto-Guthabens sofort das Nötigste zu erledigen. In solchen Fällen ist die Möglichkeit, eine transmortale Kontovollmacht zu erstellen, eine große Hilfe. Gerade dann, wenn es wichtig ist, die Bestattung zu organisieren und eventuell ein Grab anzulegen, kann der verstorbene Vollmachtgeber seine Hinterbliebenen mit einer rechtzeitig erteilten transmortalen Kontovollmacht finanziell unterstützten.

Die postmortale Vollmacht

Neben der transmortalen Vollmacht ist, kann auch eine postmortale Konto-Vollmacht erteilt werden. Nicht jeder möchte bereits zu Lebzeiten seine Zugriffsrechte über das eigene Konto mit einer anderen Person teilen. Doch Menschen, die im Leben Wert auf volle Souveränität legen, möchten auch nach dem Tod noch sicher gehen, dass alles seinen geregelten Gang geht. Für die Bezahlung der Kosten, die bereits während des Krankenhausaufenthalts entstehen und nach dem Tod fällig sind, will man noch zu Lebzeiten Sorge tragen. Das macht die postmortale Kontovollmacht möglich.

Die Form der Kontovollmacht für den Sterbefall

Die Frage, ob man eine Kontovollmacht für den Sterbefall einrichten kann, lässt sich also bejahen. Die postmortale Kontovollmacht ist eine Vollmacht, die erst mit dem Tod des Vollmachtgebers in Kraft tritt. Mit dieser Vollmacht können ausstehende Rechnungen bezahlt werden. Auch die anstehenden Bestattungsformalitäten lassen sich im Idealfall so mit postumer Unterstützung des Vollmachtgebers erledigen. Bei der postmortalen Vollmacht handelt es sich um eine aufschiebende Vollmacht. Sie wird ab dem Zeitpunkt des Erteilens bis zum Zeitpunkt des Ablebens aufgeschoben. Für eine postmortale Vollmacht ist keine bestimmte Form erforderlich. Sie sollte jedoch den Namen, den Vornamen, das Geburtsdatum, den Wohnsitz, den Geburtsort und die Staatsangehörigkeit des Bevollmächtigten beinhalten. Wer eine Vorlage für eine Kontovollmacht nach dem Tod sucht, der kann in seinem Kreditinstitut danach fragen oder im Internet fündig werden. Ansonsten lässt sich die Vollmacht auch handschriftlich erstellen.

Kontovollmacht für Familienangehörige

Eine Kontovollmacht sichert dem Bevollmächtigten in der Regel weitgehende Rechte bezüglich eines Bankkontos zu und basiert in erster Linie auf dem Vertrauensverhältnis zwischen Kontoinhaber und Bevollmächtigtem. Stellt der Inhaber eines Bankkontos einer Vertrauensperson bei seinem Bankinstitut eine Vollmacht aus, kann dieser je nach Form der Vollmacht über das Konto verfügen.

In besonders vielen Fällen wird eine Kontovollmacht zwischen Familienangehörigen ausgestellt. Zum einen, weil hier das Vertrauensverhältnis meist belastbar und intakt ist, und zum anderen, um in Krankheits- oder Sterbefällen über das Konto des Betroffenen verfügen zu können.

Bei plötzlich auftretenden Krankheiten, einem Schlaganfall oder im Todesfall können Angehörige ohne eine Vollmacht nicht auf die Finanzen des Betroffenen zugreifen. Um diese Situation zu vermeiden, ist das prophylaktische Ausstellen einer Vollmacht in vielen Fällen sinnvoll. Der Kontoinhaber sollte sich jedoch immer im Klaren darüber sein, welche Rechte er dem Bevollmächtigten zugesteht.

Verschiedene Typen einer Kontovollmacht

Eine weit verbreitete Art der Kontovollmacht für Familienangehörige ist die sogenannte postmortale Vollmacht. Diese wird vom Inhaber des Kontos zu Lebzeiten ausgestellt. Es tritt erst mit seinem Tod in Kraft. So wird Angehörigen die Verwaltung der finanziellen Angelegenheiten im Todesfall deutlich erleichtert. Ohne einen Missbrauch der Vollmacht zu Lebzeiten zu ermöglichen.

Bei einer Kontovollmacht ist generell wichtig, dass diese nur im Original gültig ist und von der Bank angenommen wird. Zur Absicherung kann der Aussteller das Schriftstück im Fall einer postmortalen Vollmacht von einem Anwalt oder Notar aufbewahren lassen. Im Todesfall wird es dann dem oder den bestimmten Familienangehörigen ausgehändigt.

Die transmortale Vollmacht gilt sowohl zu Lebzeiten des Kontoinhabers als auch nach seinem Tod. Diese Art der Bevollmächtigung ist sinnvoll, um Ehegatten, die ohnehin Zugriff auf das Konto haben, auch nach dem Tod des Kontoinhabers Zugriff auf die finanziellen Geschäfte zu gewährleisten. Zu Konflikten kann es kommen, wenn die Angehörigen mit Vollmacht im Todesfall laut Testament nicht zu den Erben gehören.

Eine nicht weit verbreitete Art der Vollmacht ist die prämortale Vollmacht. Sie hat die gegenteilige Funktionsweise einer postmortalen Vollmacht, erlischt also im Falle des Todes. Das Bankinstitut hat also bei jeder Verfügung über das Konto zu prüfen, ob der Inhaber noch lebt.

Welche Rechte erhält der Bevollmächtigte?

Mit einer Kontovollmacht erhalten auch Familienangehörige keine uneingeschränkten Rechte. Alltägliche Finanzgeschäfte wie

  • Abheben und Überweisen von Geld im Kreditrahmen
  • An- und Verkauf von Wertpapieren
  • Verwaltung von Kontoauszügen und Abrechnungen

sind in der Regel zulässig. Weitergehende Rechte wie der Abschluss von Kreditverträgen oder die Erteilung von weiteren Vollmachten sind normalerweise ausgenommen und werden von der Kontovollmacht nicht gedeckt.

Welche Konflikte kann eine Kontovollmacht mit sich bringen?

Wie bereits erwähnt, basiert die Erteilung einer Vollmacht auf dem Vertrauensverhältnis zwischen Familienangehörigen. Ein Missbrauch lässt sich nicht ausschließen, ist aber rechtlich strafbar. Im Zweifelsfall muss der Bevollmächtigte nachweisen, dass Abhebungen oder Überweisungen dem Wunsch des Kontoinhabers entsprechen.

Privatinsolvenz, Vollmacht über das Elterliches Konto

Die Privatinsolvenz steht am Ende eines langen Verfahrens, während dessen jeder Schuldner versucht, seine Verbindlichkeiten in den Griff zu bekommen. Der außergerichtliche Einigungsversuch ist gescheitert, eine Einigung mit den Gläubigern war nicht möglich. Der Eröffnungsantrag beim Insolvenzgericht wurde gestellt. Im folgenden Gerichtsverfahren wurden die Erfolgsaussichten der Insolvenz geprüft. Der Schuldenbereinigungsplan wurde von allen Gläubigern akzeptiert. Die Privatinsolvenz kann nun eröffnet werden. Mit der Eröffnung beginnt auch die Wohlverhaltensperiode, die den Schuldner in den kommenden sechs Jahren begleiten wird. Alle pfändbaren laufenden Einkünfte sind in dieser Zeit an den Treuhänder abzutreten, bis die vorhandenen Schulden vollständig zurückgeführt sind. Macht der Schuldner in dieser Zeit eine Erbschaft, fällt auch diese zur Hälfte an die Gläubiger, sofern noch Verbindlichkeiten zurückzuzahlen sind.

Mit dem Ablauf der Wohlverhaltensperiode hat der Schuldner die Chance, eine Restschuldbefreiung zu beantragen. Sie ist der eigentliche Kern des Verfahrens, ermöglicht sie dem Schuldner doch einen finanziellen Neuanfang. Mit der genehmigten Restschuldbefreiung ist der Schuldner von allen verbleibenden Verbindlichkeiten befreit. Eine Zwangsvollstreckung aufgrund bestehender Restschulden ist somit nicht mehr möglich.

Die Privatinsolvenz berührt Einkünfte und Erbschaften

Von großer Bedeutung sind die Einkünfte des Schuldners sowie mögliche Erbschaften, die während der Wohlverhaltensphase eingehen. Als Schuldner müssen Sie alle Einkünfte an den Insolvenzverwalter abtreten, die über der anwendbaren Pfändungsgrenze liegen. Die Pfändungsgrenze ist in der aktuellen Pfändungstabelle definiert. Sie ist abhängig von dem regelmäßigen Nettoeinkommen und von der Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen. Das pfändungsfreie Einkommen steht Ihnen zum Bestreiten Ihres Lebensunterhalts zu. Machen Sie während der Wohlverhaltensphase eine Erbschaft, wird auch sie zur Hälfte zum Ausgleich bestehender Verbindlichkeiten herangezogen. Somit bleibt Ihre Geschäftsfähigkeit auch während der Wohlverhaltensphase in vollem Umfang erhalten. Sie können im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten voll und ganz am Geschäftsleben teilnehmen. Ihre Schulden führen Sie ausschließlich aus finanziellen Mitteln zurück, die Ihnen allein zustehen. Doch was geschieht mit Konten von Eltern oder Kindern, über die Sie eine Vollmacht besitzen?

Die Vollmacht über andere Konten

Eine Vollmacht über das Elterliches Konto ändert nichts an der Tatsache. Sie müssen Ihre Schulden aus eigenen Einkünften zurückzahlen. Auch bei einer Privatinsolvenz mit einer Vollmacht über das Elterliches Konto bleibt diese in vollem Umfang weiter bestehen. Sie können im vereinbarten Rahmen auf das jeweilige Konto zugreifen. Vorhandene Einkünfte auf diesem Konto werden nicht zur Berechnung der Pfändungsgrenze und zur Ermittlung des pfändungsfreien Einkommens herangezogen. Somit entstehen Ihnen aus einer Vollmacht über das Elterliches Konto auch während der Wohlverhaltensphase keinerlei Nachteile.

Trennung der Konten

Es empfiehlt sich, das elterliche Konto weiterhin völlig separat von eigenen Konten zu halten und Ein- und Auszahlungen nur im Rahmen der Ihnen zustehenden Vollmacht und bei Bedarf zu tätigen. Dann ist Ihr pfändungsfreies Einkommen weiterhin zweifelsfrei zu ermitteln, und auch der monatlich abzutretende Betrag bleibt eindeutig kalkulierbar.